Residenzfestspiele

Darmstadt

Mathildenhöhe

Auf dem östlich der Stadt gelegenen Hügel, wo ehemals sogar Wein angebaut wurde, ließ Prinz Christian um 1800 einen öffentlich zugänglichen Park in englischem Stil anlegen. Nach seinem Tod ging der Garten in den Besitz des Erbgroßherzogs Ludwig III. über und erhielt schließlich nach dessen Gattin, der katholischen Prinzessin Mathilde von Bayern, seinen Namen.

 

1897 ließ Zar Nikolaus I., der seit der Heirat mit Prinzessin Alexandra, der Schwester von Großherzog Ernst Ludwig, im Jahre 1894 in enger verwandtschaftlicher Beziehung zum Darmstädter Fürstenhaus stand, durch den Petersburger Hofarchitekten Leontij Nikolaevich Benois die russisch-orthodoxe Kapelle erbauen, deren bunte Farbigkeit, die reich geschmückte Fassade und die leuchtend goldenen Turmhauben noch heute das Bild der Mathildenhöhe prägen.

 

1877–80 entstand nach Plänen des Ingenieurs Otto Lueger auf der Kuppe der Mathildenhöhe der Hochbehälter des städtischen Wasserwerks, ein technisch-geschichtliches Kulturdenkmal, auf dessen Grundmauern Joseph Maria Olbrich 1908 die Ausstellungshallen errichtete.

 

Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe wurde 1899 gegründet. Ihr gehörten bedeutende Künstler wie Josef Maria Olbrich und Peter Behrens an. 1901 trat die Künstlerkolonie mit der Weltausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ an die Öffentlichkeit. In der Zeit von 1901 bis 1914 fanden vier Ausstellungen statt, deren bauliche Beiträge die heutige Mathildenhöhe prägen.

 

Das Ausstellungsgebäude auf dem höchsten Punkt der Mathildenhöhe mit weiträumigen Terrassen und gestaffelten Pergolen wurden zusammen mit dem Hochzeitsturm während der "Hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst" 1908 eingeweiht.

 

In unmittelbarer Nähe zur Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe finden die Veranstaltungen im kleinen Park zwischen der Hochzeitsturm-Seite des Ausstellungsgebäudes und der russischen Kapelle statt.