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Historie der Residenzfestspiele Darmstadt

 

 

2010

10 Jahre Darmstädter Residenzfestspiele - ein Grund zur Freude. „Jubilate!" lautete deshalb auch das Motto im Jahr 2010. Trotz wechselhaften Wetters während der Festspielzeit blieben die Konzerte fast gänzlich von Regen verschont.

Das Motto der Festspiele wurde bereits am ersten Abend wörtlich genommen: Das Duo Capotraste begeisterte im ausverkauften ehemaligen Kuhstall des Hofguts Oberfeld mit Tango Nuevo. Eine Woche danach brachte das Leipziger Bläserquintett am gleichen Ort Schumanns KINDERSZENEN und Mussorgskijs BILDER EINER AUSSTELLUNG zu Gehör - ein Hochgenuss für alle Anwesenden. Schließlich rundete das Kinderkonzert das Programm auf dem Hofgut ab: Zahlreiche Kinder ließen sich von „Papa Haydns Tierschau" in die Welt eines großen Komponisten entführen.

Zweimal wurde der Innehof des Kollegiengebäudes am Luisenplatz zum Schauplatz für humorvoll-musikalische Abende. Im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung ließ die Musikbühne Mannheim keinen Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart auferstehen. Stargast Lisa Fitz hatte als Intendantin alle Hände voll zu tun, um den Komponisten und „Ihr" Ensemble unter einen Hut zu bekommen. Die A-capella-Fomation vocaldente riss das Publikum mit einer Mischung aus Klassikern und jüngeren Liedern mit. Noch mehrere Stunden nach der Aufführung konnte man den einen oder anderen Zuschauer singend durch Darmstadt gehen hören!

Über 900 Zuschauer nutzten die Gelegenheit, vor der malerischen Kulisse von Jagdschloss Kranichstein Carl Maria von Webers romantische Oper DER FREISCHÜTZ in einer Inszenierung der Opera Classica zu erleben.

Für die letzten drei Abende fanden sich wieder zahlreiche  Musikfreunde auf  Darmstadts Stadtkrone ein. Vor dem Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe zeigte Hugo Strasser - unterstützt von STRINGS ONLY und Martin Breinschmid am Vibraphon - dass er auch mit 88 Jahren noch ein Meister auf der Klarinette ist.

Der Konzertchor Darmstadt und die Smetana Philharmoniker Prag gestalteten unter der Leitung von Wolfgang Seeliger mit verschiedenen Solisten 2 glanzvolle Abende: Die Italienische Opernnacht ließ mit Auszügen aus Verdis NABUCCO und Musik von Bellini und Puccini das Herz der Opernfans höher schlagen. Das Konzert mit Auszügen und Schumanns MANFRED und Beethovens 9. Symphonie bildete den festlichen Abschluss der Jubiläumsfestspiele.

 

 

2009
„Sternstunden“ war das Motto der Darmstädter Residenzfestspiele des Jahres 2009. Besonders zutreffend war es auf die große Musical- und Operngala mit Deborah Sasson, Eva Lind und Robert Schwarts auf der Mathildenhöhe – und auf die beiden kleinen, aber feinen Barockkonzerte. Im Innenhof des Kollegiengebäudes begeisterte der israelische Countertenor Doron Schleifer, begleitet vom basel baroque consort, das Publikum und die Presse mit barocken Liebesliedern und Arien aus Italien; im ehemaligen Kuhstall des Hofgutes Oberfeld bot das Ensemble Bell’Arte Salzburg ein „Florilegium Musicum“, in dem auch so seltene Instrumente wie Barockharfe und Chalumeau zu hören waren.
Das Wetter war – wie so häufig in Mitteleuropa – durchwachsen. Die zweite Hälfte der beeindruckenden Eröffnungsveranstaltung mit Murnaus grandiosem Faust-Stummfilm mit einer neuen Musik von Carsten-Stephan Graf von Bothmer fiel buchstäblich ins Wasser, was aber die über 150 faszinierten Gäste nicht abhielt, tapfer bis zum Ende kurz vor Mitternacht auszuharren. Strahlender Sonnenschein herrschte hingegen bei den beiden restlos ausverkauften Kinderkonzerten auf der Mathildenhöhe und dem Hofgut Oberfeld, wo es neue Streiche von Max und Moritz und die Geschichte vom Teufel mit den drei goldenen Haaren zu bestaunen gab. Das temperamentvolle Abschlusskonzert mit Boogie-Woogie-Legende Axel Zwingenberger sorgte in Darmstadt noch wochenlang für Gesprächsstoff – offenbar hatte der brillante Pianist zu heftig in die Tasten gegriffen und so das berechtigte Ruhebedürfnis einiger soignierter Anwohner der Mathildenhöhe zu stark strapaziert…

 

 

2008
Mit dem Motto "Notturno" – Nachtstück – präsentierten sich die Residenzfestspiele im Jahr 2008 so vielfältig, wie Nachtstücke eben sein können. Besonders mitreißend war der Auftritt unserer indonesischen Gäste "Elfa's Jazz & Pop Singers", die dem Publikum im Regierungspräsidium gehörig einheizten. Auch das Eröffnungskonzert mit Mozarts "Schauspieldirektor" und dem Stargast Helmut Lohner (für den erkrankten Otto Schenk) war spektakulär, wenn auch von Regen bedroht. Das Kinderkonzert "Peter und der Wolf" und "Carneval der Tiere" wurde erstmals als Doppelnachmittag veranstaltet, um möglichst vielen kleinen Besucherinnen und Besuchern die Welt der Klassischen Musik nahezubringen; ebenso war mit "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" erstmals ein Stummfilm zu sehen und zu hören. Dem Symphoniekonzert mit Werken von Mozart, Bach und Beethoven und zwei Uraufführungen von Anno Schreier und Deqing Wen unter der Leitung des Karajan-Schülers Muhai Tang hätten wir mehr Zuspruch gewünscht. Unbestrittener Höhepunkt der Festspiele war die Italienische Opernnacht auf der Mathildenhöhe, die bei strahlendem Sommerwetter fast 1500 Menschen anlockte und eine großen Querschnitt aus dem Werk von Giacomo Puccini darbot, dessen 150. Geburtstag so gebührend gefeiert wurde. Das "Schellack-Ball-Konzert 1908" war dann ein wehmütig lächelnder Ausklang der Darmstädter Residenzfestspiele 2008.

 

2007
"Impressionen – Außergewöhnliches an ungewöhnlichen Orten" war das Motto der Darmstädter Residenzfestspiele 2007, das wohl am meisten durch die beiden Konzerte mit Gitarren-Impressionen und einem Programm für Streichorchester im ehemaligen Kuhstall auf dem Hofgut Oberfeld erfüllt wurde. Aber auch die anderen Konzerte, die auf dem Hofgut Oberfeld Open Air stattfanden, waren außergewöhnlich, am beeidruckendsten war vielleicht die Operettengala zum 125. Geburtstag von Emmerich Kálmán, die ein wahres Feuerwerk abbrannte. Besonders gelungen war auch die Italienische Opernnacht auf der Mathildenhöhe, bei der sich der kurzfristig eingesprungene Ernesto Grisales in die Herzen der Darmstädter sang. Aber auch unser Publikum ist mehr als außergewöhnlich: Beim buchstäblich ins Wasser gefallenen Konzert der Klazz Brothers ließen sich die Künstler von der guten Stimmung anstecken und spielten trotz anhaltender Güsse weiter, so dass das Publikum begeistert vor der Bühne im Regen tanzte!

 

2006
Die Darmstädter Residenzfestspiele entführten 2006 ihre Zuhörer in ferne „Zauberwelten“. Schon die Auftaktveranstaltung mit Madeleine Bell als Stargast und dem Landesjugendorchester Hessen versprach ein hochkarätiges und vielseitiges Programm, auch wenn der Wettergott mitunter grollte. 16 Veranstaltungen zwischen Oper, Pantomime, Jazz, Swing und Tango lockten ein buntgemischtes Publikum an, das beim traditionellen Fest auf dem Woog den 250. Geburtstag W. A. Mozarts ausgelassen feierte. Eine Zauberwelt tat sich auch in Carl Amand Mangolds nach über 150 Jahren erstmals wieder aufgeführter großer romantischer Oper „Tanhäuser“ auf, die vom Konzertchor Darmstadt exklusiv für die Residenzfestspiele herausgegeben und konzertant einstudiert wurde! Auch der a-cappella-Pop von „the glue“, „viva voce“ und den „medlz“ begeisterte alle Besucher, ebenso wie die schon obligatorische „Italienische Opernnacht“. Leisere, aber dennoch zauberhafte Töne schlug Gertrud Gilbert mit ihrem romantisch-musikalischen Theater nach Eichendorff an, und „En Haufe Leit Jatzmusigg“ lud sich mit Knut Kiesewetter ein Urgestein des Jazz zur Jamsession.

 

2005
Getreu ihrem Motto wurden die Residenzfestspiele 2005 zu einer besonderen "Faszination". Sängerin und Entertainerin Deborah Sasson eröffnete mit ihrer grandiosen Stimme und Opern- und Musicalhighlights das Festival, und der weltweit gefeierte Tenor Kammersänger Peter Schreier setzte mit einem Liederabend mit Schuberts "Schöner Müllerin" sowie mit der Johannespassion" von J.S. Bach, in der er gleichzeitig sang und dirigierte, einen glänzenden und unvergesslichen Schlusspunkt. Es war nicht nur das erste Mal, dass der international gefragte Sänger in Darmstadt auftrat, hier bei den Residenzfestspielen sang er auch seine allerletzte Johannespassion in Deutschland, bevor er Ende 2005 seine Sängerkarriere beendete. Mit dabei waren 2005 außerdem Bill Ramsey & "En Haufe Leit", der Magier der Klarinette Giora Feidman sowie das Bläserquintett der Staatskapelle Dresden.

 

2004
Unter dem Motto "Lichtklänge" gab es auch 2004 eine Vielzahl an Veranstaltungen, die in zunehmendem Maße international geprägt waren. Von mittelalterlichen Gesängen über Beethoven bis zum Jazz, Irish Folk und indischem Tempeltanz reichte die Palette. Größen wie die amerikanische Jazz-Sängerin Joan Faulkner, das Clemencic-Consort Wien, das berühmte Ballettensemble aus Wisconsin, dem amerikanischen Partner-Bundesstaat Hessens, sowie Ensembles aus Korea, China und den Philippinen waren in diesem Jahr in Darmstadt zu Gast. Als "Orchestra in Residence" konnte das Orchestra Filarmonica di Torino aus Italien gewonnen werden. Ein eindrucksvolles Beispiel für das ständige Bestreben nach einer Verschmelzung verschiedener Kunstgattungen und Ausdrucksformen war die Aufführung "Amadeus". In einer Gemeinschaftsproduktion zwischen der Dramatischen Bühne Frankfurt, dem Konzertchor Darmstadt und der Darmstädter Hofkapelle wurden das Bühnenstück von Peter Shaffer und die Musik Mozarts zu einer Symbiose aus Theaterstück und Konzert zusammengeführt und als Einheit erlebbar gemacht. Gleichzeitig spiegelt diese Produktion eine weitere Besonderheit der Darmstädter Residenzfestspiele wider: Ein großer Teil der Programmbeiträge wird speziell für die Residenzfestspiele konzipiert und hat somit Premierencharakter.

 

2003
Im Jahr 2003 ging es unter dem Motto "Wie es Euch gefällt" in die dritte Runde mit 23 Veranstaltungen. Höhepunkt war hier zweifellos das Konzert mit Sir Elton John im Böllenfalltor-Stadion, das rund 16.000 Zuschauer anlockte. Doch auch mit den anderen Veranstaltungen, zu denen auch die begeistert aufgenommene Inszenierung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" zählt, brachte das Jahr insgesamt einen neuen Besucherrekord. Das Programm bewegte in sich in fast schon bewährter Tradition zwischen vielen Stühlen: Theater wechselte mit Oper und Konzert, Solokonzerte oder kleine Besetzungen mit dem vollem Aufgebot an Orchester, Solisten und Chor oder Tänzern. Altbewährtes wechselte mit Moderne, Alte mit Neuer Musik, neben Klassikern kamen auch selten gespielte Stücke zu Gehör.

 

2002
Mit der Übernahme der Schirmherrschaft durch den damaligen Oberbürgermeister Peter Benz bei den "Sommernachtsträumen 2002" signalisierte auch die Stadt Darmstadt ihre Anerkennung und Unterstützung. Für die 24 Veranstaltungen umfassenden Festspiele konnte Martin Konietschke als "artist in residence" gewonnen werden. Nach der feierlichen Eröffnung mit einer Beethoven-Gala, begleitet von Grußworten der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner, folgten sechs Festspielwochenenden, die sich zwischen mittelalterlicher und Neuer Musik, zwischen Lesung, Tanz und großen Orchesterwerken bewegten. Besonders hervorzuheben sind die Aufführung von Haydns "Schöpfung", mit der der Konzertchor Darmstadt unter Leitung von Wolfgang Seeliger sein 25järhiges Bestehen feierte, sowie die Aufführung von Purcells Oper "Dido and Aeneas" anlässlich des 1000jährigen Bestehens des Stadtteils Bessungen im Barockgarten der Orangerie.

 

2001
Die ersten Darmstädter Residenzfestspiele standen unter dem Motto "Serenata 2001" und knüpften damit an die Tradition historischer Serenadenkonzerte an. Besondere Höhepunkte waren Orffs "Carmina Burana" im Schlosshof und Händels "Wassermusik" mit jeweils über 1000 Zuschauern. Über 5000 verkaufte Karten bei elf Veranstaltungen an drei Wochenenden und viele begeisterte Zuschauer motivierten Festspielintendant Wolfgang Seeliger, die Residenzfestspiele im nächsten Jahr fortzuführen. 

 

 

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Einen Rückblick auf die Programme 2003 - 2009 sowie Presseechos dazu finden Sie unter Pressespiegel